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1. Juli 2021

Sensibelste Infos

Siegener Zeitung – Leserbrief bezüglich ePA

Die Probleme bei der technischen Um- setzung der elektronischen Patientenakte sind recht gut dargestellt, aber einige für die Leser und Patienten besonders wichti- ge Informationen fehlen komplett. Das Foto zum Beitrag suggeriert, die Kranken- akte des Patienten würde auf dem Handy gespeichert. Das ist falsch. Die Telematik- Infrastruktur, die von Gesundheitsminis- ter Spahn gern als „Datenautobahn für das Gesundheitswesen“ bezeichnet wird, ist vor allem ein riesiges Computernetz aus di- versen Rechenzentren. Diese Rechenzen- tren werden betrieben von Firmen wie IBM, Bitmarck, RISE. Dort werden die Krankenakten gespeichert. Vereinfacht ausgedrückt: es handelt sich um eine Gesundheitsdaten-Cloud. Cloud- Speicherung ist recht praktisch für Musik und Fotos. Hier aber geht es um die sensi- belsten Informationen, die es von Men- schen gibt. Was dem Arztgeheimnis unterliegt, wird also in einer Cloud gespeichert. Sobald die Patienten das wissen, liegt die Zustimmung maximal bei 10 bis 15 Prozent. 85 Prozent der Arztpraxen sind inzwi- schen angeschlossen, aber unter Zwang Neun von zehn der angeschlossenen Arz- te sagen: Ich würde sofort den Stecker zie- hen, wenn ich nicht 2,5 Prozent meines Jahresumsatzes als Strafe zahlen müsste. Und was noch fehlt: Die Daten bzw. Arzt- berichte sollen „pseudonymisiert“ der For- schung und der  Gesundheitswirtschaft zur Verfügung gestellt werden.
Wilfried Deiß, Siegen
Bezieht sich auf Artikel in Siegener Zeitung vom 28.06.2021
„Start der Elektronischen Patientenakte verschoben“ (digital) bzw.
„Einführung der Elektronischen Patientenakte hakt“ (Scan)